Sicherheitstour durchs Stadtbild Ulms

12.02.2026

Innenstaatssekretär Thomas Blenke und Stadtrat Mario Schneider begehen Ulms Stadtbild mit Blick auf die Sicherheit

Ulm. Wo haben die Ulmer das Gefühl nicht sicher zu sein? Diese Frage stellte sich Stadtrat Mario Schneider bei der Einladung zu seiner „Sicherheitstour durchs Stadtbild Ulms“. Gemeinsam mit Vertretern der CDU Ulm und der Gewerkschaft der Polizei ging er die Kriminalitätsbrennpunkte in der Ulmer Innenstadt ab. Besonderer Gast dabei war Thomas Blenke, Staatssekretär im Innenministerium von Baden-Württemberg und dort für Polizei und Sicherheit zuständig. Vom Ehinger Tor ging es über das Universum Center, die Schillerstraße und den Bahnhofsteg bis zum Hauptbahnhof, durch die Sedelhöfe und weiter zum Lederhof.


Dabei falle immer wieder auf: „Das Sicherheitsgefühl und die faktische Sicherheitslage sind ein Spagat“, so Staatssekretär Blenke. „Wenn die Menschen das Gefühl haben, sich unwohl in der Stadt zu fühlen, müssen das Land und die Kommunen gemeinsam Maßnahmen ergreifen“. Ein großer Baustein sei in Innenstädten eine entsprechende Beleuchtung. „Eine Kommune kann durch eine entsprechende Lichtgestaltung viel zum Sicherheitsgefühl der Menschen beitragen. Lichtverschmutzung sei durch neue Techniken kein großes Problem mehr“, so Blenke. Auch Kameraunterstützung und KI-basierter Videoschutz waren Thema der Begehung. Über sinnvolle Techniken und weitere Ergänzungen durch private Anbieter diskutierten die beiden Sicherheitspolitiker auch mit den Vertretern der Polizeigewerkschaft.

Gerade in größeren Städten komme es auch zu „Broken-Window-Phänomenen“, berichtet der Staatssekretär. Die Theorie, die zu Deutsch „Theorie der zerbrochenen Fenster“ heißt, ist eine kriminologische Annahme, die besagt, dass sichtbare Anzeichen von Verwahrlosung und Unordnung – wie kaputte Fensterscheiben, Müll oder Graffiti – zu weiterer Kriminalität und Vandalismus führen, wenn sie nicht umgehend beseitigt werden. „Hier sind dann ganz klar die Kommunen in der Pflicht“, so Blenke.

Wichtig ist beiden Politiker, dass Polizistinnen und Polizisten gestärkt werden. „Weniger Papierkram. Mehr Präsenz. Mehr Rückhalt. Dazu stehen wir“, sagte Mario Schneider. Zur Präsenz von Einsatzkräften passt auch die Idee der Ulmer Nachtwache, ein Non Profit Projekt mit Leuchtturmcharakter. „Geschulte Ersthelfer, sichtbar unterwegs und ansprechbar. Eine starke Ergänzung zu Polizei und Ordnungsdienst, mit sozialem Blick und klarer Haltung“, so Schneider.

Schneider sagte abschließend: „Mir ist wichtig, die Themen nicht nur zu besprechen, sondern sie vor Ort anzuschauen. Sicherheit entscheidet sich genau hier. Auf unseren Plätzen. Auf unseren Wegen. Im Alltag unserer Mitmenschen.“ Ab dem 9. März soll dieses Thema ohne Beeinflussung durch die Landtagswahl wieder stärker in den Blick genommen werden.