waren bei der gut besuchten Feierstunde dabei, als der Referent Dr. Volker Schimpff aus Leipzig von den Ereignissen 1989 / 90 und vom Einigungsprozess berichtete und seine persönlichen Erfahrungen als Abgeordneter des sächsischen Landtags schilderte.
Die CDU hatte zu ihrer von Brigitte Röder und Andreas Raab organisierten traditionellen Feierstunde am Tag der Deutschen Einheit einen eloquenten Gast aus Sachsen eingeladen. Der langjährige ehemalige Landtagsabgeordnete Volker Schimpff aus Leipzig, der sich heute noch in der Paneuropa Union für Europa engagiert, schlug in seiner Rede einen Bogen von der Lebenswirklichkeit in der DDR über die doppelte und gleichzeitige Herausforderung durch den Aufbau der demokratischen Institutionen und dem Vereinigungsprozess bis zur aktuellen politischen Situation in Deutschland nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
Schimpff kritisierte die aktuelle DDR Nostalgie und erinnerte daran, dass 10 Prozent der Bevölkerung in der DDR die anderen 90 Prozent mit immer umfangreicheren und auch tödlichen Mitteln im Lande eingesperrt hielten. Dennoch gab es abends um 20.00 Uhr eine tägliche Wiedervereinigung, wenn ganz Ost und West die Tagesschau anschauten. Schimpff erinnerte an das Fanal von Pfarrer Oskar Brüsewitz, die Dissidenten aus dem Künstler- und Intellektuellen - Milieu, die auch durch Ausbürgerungen nicht zum Schweigen gebracht werden konnten und beschrieb den Niedergang der Wirtschaft und der Infrastruktur, die Entfremdung von den östlichen Nachbarn und selbst von der Sowjet Union Gorbatschows und die katastrophalen Umweltbelastungen, die das Ende der DDR einleiteten und den Boden für die einzige erfolgreiche friedliche und demokratische Revolution in der deutschen Geschichte bereiteten.
Der Politikveteran der ersten Stunde beschrieb die Herausforderungen bei der Arbeit in den Parteien, den Wahlkämpfen und Parlamenten und berichtete über den Aufbau des Landes Sachsen. Dabei hob er auch den Beitrag der westlichen Transferleistungen für die neuen Infrastruktur und die Beseitigung der Umweltschäden und Umweltbelastungen hervor und dankte besonders Baden-Württemberg und Bayern für die Unterstützung beim Aufbau der sächsischen Landesverwaltung und Landesgesetzgebung. Die Erinnerung an diese glückliche Entwicklung müsse heute gegen das Schlechtmachen und die Hetze in den sozialen Medien verteidigt werden.
Volker Schimpff sprach sich in der aktuellen Politik gegen Koalitionen mit der AfD und der Linkspartei aus, da es keinerlei Gemeinsamkeiten mit den verbidnlichen Grundwerten der CDU Christliches und soziales Menschenbild, soziale Marktwirtschaft, Westbindung und Europa gäbe. Als Deutscher, der für seine Freiheit damals friedlich gekämpft hatte, zählte Schimpff heute auch die Unterstützung der Ukraine in ihrem Überlebenskampf gegen den russischen Angriffskrieg zu diesen Werten dazu.
Damit traf Volker Schimpff, der 1992 als Vorsitzender des Rechts - und Verfassungsauschuss des Landtages einer der Väter und Mütter der sächsischen Landesverfassung wurde, auf ein großes Interesse und eine ebensolche Zustimmung seiner Zuhörer im vollbesetzten Saal der Handwerkskammer. Die Gäste, unter ihnen der Ulmer Landtagsabgeordnete Mario Schneider und Ministerin a.D. Dr. Monika Stolz beteiligten sich rege an der anschließenden Diskussion und suchten danach das Gespräch mit Volker Schimpff.

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