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07.10.2016, 15:19 Uhr
Festvortrag zum Tag der Deutschen Einheit
WER HEUTE IN DER DEMOKRATIE SCHLÄFT KANN MORGEN IN DER DIKTATUR AUFWACHEN

Mehr als 50 Gäste, unter ihnen die Bundestagsabgeordnete Ronja Schmitt und Oberbürgermeister Gunter Czisch, waren der Einladung des CDU- Stadtverbandes Ulm gefolgt und hatten sich, begrüßt durch die Vorsitzende Barbara Münch, im Ratskeller zur Feierstunde am 3. Oktober  eingefunden. Seit vielen Jahren ist es bei der CDU Tradition,  dass ein Zeitzeuge des DDR-Unrechts und des Einigungsprozesses bei dieser Veranstaltung spricht.
 

Mehr als 50 Gäste, unter ihnen die Bundestagsabgeordnete Ronja Schmitt und Oberbürgermeister Gunter Czisch, waren der Einladung des CDU- Stadtverbandes Ulm gefolgt und hatten sich, begrüßt durch die Vorsitzende Barbara Münch, im Ratskeller zur Feierstunde am 3. Oktober  eingefunden. Seit vielen Jahren ist es bei der CDU Tradition,  dass ein Zeitzeuge des DDR-Unrechts und des Einigungsprozesses bei dieser Veranstaltung spricht.
 

Dieses Jahr wurden die Gäste mit einen ebenso spannenden wie eindrucksvollen Vortrag von Dr. Wolfgang Welsch an die Ungeheuerlichkeit der SED – Unrechtsstaates erinnert.
 

Wolfgang Welschs Lebensgeschichte machte aus einem jungen Schauspieler, der seine künstlerische Freiheit im Westen verwirklichen wollte, zu einem der gefährlichsten Gegner des DDR – Regimes. Dazwischen lagen 7 Jahre Gefängnis wegen Republikflucht mit ausgeklügelter physischer und psychischer Folter und der Reduzierung des Gefangenen von einer Person zu einer Sache. Das Schlagen mit dem Gummiknüppel in die Weichteile sollte körperliche Verletzungen verbergen, während die Scheinhinrichtung auf die tiefe Psyche zielte, so Welsch.

 

Nach dem Freikauf durch die Bundesregierung und der durch die psychischen Verletzungen erzwungenen Aufgabe des Schauspielerberufes erfolgte eine Promotion in der Politikwissenschaft und die Aufnahme eines zähen publizistischen Kampfes gegen das DDR-Unrecht. Welsch baute darüber hinaus einen effizienten Fluchthelferkreis auf. Diese Aktivitäten brachten ihn an die Spitze der Top 10 Gegner der Stasi und  zeigten, dass der lange Arm der SED auch in die Bundesrepublik und das westliche Ausland reichte. Auf Welsch wurden bis in seinen engsten Freundeskreis hinein Stasi-Mitarbeiter angesetzt und durch diese drei Mordanschläge in Deutschland, England und Israel ausgeführt. Gegen jede Wahrscheinlichkeit überlebte Welsch. Der vierte Anschlag war in Vorbereitung, wurde aber durch den Zusammenbruch der DDR verhindert. Konsequenzen hatte dies aber durch die Vereinigungsgesetze nur für den Täter im Westen – die Planer im Osten blieben straffrei.
 

Welsch, dessen abenteuerliches Leben auch verfilmt wurde, geht es aber nicht um Rache, hatte er doch schon im Gerichtssaal seinen vorgeblichen Freund vergeben, sondern darum, auch 26 Jahre nach der deutschen Einheit die hässliche Fratze des DDR –Unrechtsstaates in Erinnerung zu bringen. Denn die Demokratie ist nicht selbstverständlich und muss aktiv erhalten werden – gerade in Zeiten, wo linke und rechte Populisten Zulauf erfahren, warnt Welsch. Sonst kann es sein, dass wir morgen wieder mit einer Diktatur konfrontiert werden. 

 

Andreas Raab, Pressesprecher

Eingestellt am 07.10.2016
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