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03.09.2010, 09:09 Uhr | Übersicht | Drucken
„Die Krankenkassenbeiträge senken ! Aber wie?“

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse lagen Ende 2008 im Durchschnitt bei ca. 14%, ab dem 01.01.2009 generell bei 14,9% und sollen demnächst auf 15,5% steigen. Diese unbefriedigende Entwicklung hat ein Arbeitskreis in Ulm zum Anlass genommen, nach Möglichkeiten zu suchen, signifikante Einsparmöglichkeiten zu ermitteln, ohne dass im Wesentlichen Gesundheitsleistungen zurück gefahren werden müssen.


Die Ergebnisse dieser Überlegungen stellten die Mitglieder des Arbeitskreises Ausgewogene Gesundheitspolitik durch Steigerung der Eigenverantwortung der Patienten, Erhalt aller essentiellen Kassenleistungen und dennoch Senkung der Krankenkassenbeiträge (AG-SES), am 28.06.2010 im Rahmen der Veranstaltungsreihe 90 Minuten Politik der Ulmer CDU vor. Der Facharzt Dr. Michael Lang, Prof. Dr. Franz Porzsolt von der Universität Ulm, der Apotheker Timo Ried, der Vorstand der Wieland BKK Jürgen Schneider und Claus Pacchiaffo  legten zahlreiche Vorschläge dar, die unterm Strich bis zu 36,7 Mrd. € pro Jahr der Kosten einsparen könnten.
Das wären rund 22 % Kostenreduzierung bezogen auf die Gesamtausgaben von 161,66 Mrd. € in 2008.
Ein wichtiger Ansatzpunkt ist nach Meinung des Arbeitskreises, die Eigenverantwortung der Patienten zu stärken. Dadurch könnte erreicht werden, dass notwendige Behandlungen nicht abgebrochen und erforderliche Medikamente auch regelmäßig eingenommen werden. Außerdem könnte durch mehr Wissen über die Krankheit die Einflussnahme des Patienten auf Diagnose- und Therapiearten ermöglicht werden.
Weitere Einsparungen könnten dadurch erreicht werden, dass stationäre Behandlungen zugunsten von einer ambulante Versorgung weiter reduziert werden. Gerade bei älteren Menschen erfolgen immer wieder Einweisungen in Krankenhäuser, die nicht in jedem Fall notwendig sind. Das zeigt auch die Zahl der Krankenhausbetten sowie die Verweildauer, die in Deutschland deutlich höher sind als in anderen Ländern Europas.
Durch eine Preisfindungsprüfung bei Arzneimitteln könnten die im europäischen Vergleich hohen Preise signifikant herabgesetzt werden, was zu einer weiteren Kostenreduzierung führen würde.
 Die sich darauf ergebende Diskussion, die intensiv von Mitgliedern aus der Ärzteschaft, der Krankenkassen, des DGB und der Ulmer Bürger geführt wurde, zeigte auf, dass die Vorschläge vielfach mitgetragen werden, aber auch noch auf ihre soziale Verträglichkeit abgeklopft werden müssen.
Jetzt gilt es, dieses Maßnahmenbündel in Berlin an der richtige Stelle einzubringen, damit nicht immer nur von Erhöhungen der Beiträge und deren Einzugs- und Verteilungsverfahren gesprochen wird, sondern damit auch die Ausgabenseite kritisch durchleuchtet wird.



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